| | Liebe Leute - ich weiß - ich weiß - der Text ist eigentlich zu lang für ein Forum... Wir hatten jedoch das Bedürfnis auf die einzelnen Argumente der Bürgerinitiative zu antworten (insbesondere vor dem Hintergrund, dass Gespräche der Bürderinitiative mit uns abgelehnt wurden und wir am 13.2.07 vom Cafe Grundgehalt wieder ausgeladen wurden ("Sie sind hier nicht erwünscht...")
ZUKUNFT FÜR DEN FICHTEBUNKER Stellungnahme der Projektinitiatoren zu den Argumenten der Bürgerinitiative
Thema Lärmschutz: Insgesamt sind nach heutigem Stand 24 Wohnungen geplant: Es sollen durch die Neubebauung 12 Wohnungen auf dem Dach des Bunkers entstehen. Diese Wohnungen werden ca. 8 Meter nach innen zurückgezogen, so dass durch die Mauerbrüstung des Bunkers bereits ein Lärmschutz und Sichtschutz gegeben ist. Weitere 12 Wohnungen sollen in einem Vorderhaus in der Fichtestraße entstehen (dort, wo die Einfahrt zum Gashandel ist). Der Bauantrag für die Wohnbebauung mit den Townhäusern wird aufgrund der Einwände der Bürgerinitiative zurückgezogen.
Es gibt somit bereits heute viele Wohnungen, die näher am Sportplatz liegen, als die neu geplanten Wohnungen. Es liegen im Umfeld des Sportplatzes in der Summe ca. 1000 Wohnungen. Bei einer durchschnittlichen Fluktuation von 5 % ziehen demnach Jahr für Jahr ca. 50 neue Familien/Personen in die Gegend und somit in die unmittelbare Nachbarschaft des Sportplatzes. Jeder Anlieger und jede Anliegerin kann rein theoretisch gegen jede Lärmbelästigung klagen. Das lässt sich in einem „Rechtsstaat“ nicht ausschließen. Warum sollten die Menschen und Familien, die in die neu projektierten Wohnungen in der Fichtestraße ziehen eher klagen, als andere neu Zugezogene, welche in die Altbaubestände ziehen? Wir können lediglich feststellen, dass das Spektrum der InteressentInnen für die Neubebauung sehr breit ist: SchauspielerInnen, KünstlerInnen, PolitikerInnen, ect. - Menschen, die die multikulturelle Kultur des Umfeldes lieben und schätzen und deshalb gerne in den Kiez ziehen möchten. Viele der InteressentInnen für die Neubebauung kommen sogar direkt aus der Fichtestraße und der unmittelbaren Umgebung.
Die SpeicherWerk Wohnbau GmbH nimmt in jeden der Kaufverträge Hinweise auf mögliche Lärmemissionen des Sportplatzes mit auf und weist darauf hin, dass diese von den Käufern zu akzeptieren sind. Zudem könnte auch über die Eintragung einer Dienstbarkeit in die Abteilung II der Grundbücher nachgedacht werden, die den Bestandsschutz des Sportplatzes festschreibt. Wir würden solche Dinge zu 100% mittragen. Wir empfinden den Sportplatz als positives Element im Kiez und sichern ihm unsere volle Unterstützung zu!
Auch ein rechtskräftiger B-Plan könnte keine(n) davon abhalten, gegen erhöhte Lärmmissionen zu klagen – wenn er oder sie das denn will. Ein B-Plan würde lediglich bestimmten Interessen einiger Personen und anderer Bauunternehmer dienen, um sich besser zu positionieren. Vielleicht sollte man darauf achten, bzw. mal für sich hinterfragen, wer hinter diesem gut eingefädelten Prozess steht? Welche wirklichen Interessen stehen dahinter?
Thema Mieterhöhungen: Das Argument, dass neue Wohnungen – auch wenn sie eine gehobene Ausstattung haben – die Mietpreise der Altbestände erhöhen, ist falsch. Steigende Mietpreise entstehen durch zu wenig Wohnraum. Das ist ein Problem, das auf Berlin insgesamt zukommen wird. Es sind in den letzten 10 Jahren viel zu wenig Wohnungen gebaut worden. Die Leerstände gibt es hauptsächlich in Gebieten, in denen es ein nicht so attraktives, urbanes Umfeld gibt und deshalb nicht jede/r wohnen möchte. Das Beste, was der Stadt Berlin passieren könnte – überspitzt gesagt - wäre der Bau von 1 Million „Luxuswohnungen“. Was würde dann passieren: Die Wohnungen würden zunächst leer stehen, weil die geforderten Mieten zu hoch wären. Nach 2-3 Jahren werden die Investoren jedoch aus der wirtschaftlichen Not „weich“ und vermieten zu niedrigeren „normalen“ Preisen. Dadurch werden die anderen Wohnungen günstiger, bzw. in dem Mietpreisanstieg begrenzt. Dieses Szenario hat sich genauso auf dem Berliner Büromarkt abgespielt. In den frühen 90er Jahren gab es einen hohen Bedarf an Büroraum. Selbst die letzten Souterrainflächen in Kreuzberg wurden für viel Geld vermietet. Dann wurde in „Hochwertige Büroflächen“ überinvestiert (der Standardwitz in der ganzen Stadt, den jeder von uns noch in guter Erinnerung hat). Es folgte massiver Leerstand. Die Mieten sind seitdem extrem gefallen. Selbst am Kudamm kann man heute für unter 10 Euro pro Qm Büroflächen mieten. Das war Anfang der 90er Jahre undenkbar.
Thema Demokratie?: Es wird von der Bürgerinitiative öffentlich bemängelt, dass die Karten bezüglich der geplanten Neubebauung nicht auf den Tisch gelegt würden und es keine Transparenz geben würde. Fakt ist, dass wir Monate vor Erteilung einer Baugenehmigung die BürgerInnen vor Ort informiert haben und jeder Zeit für Diskussionen zur Verfügung stehen. Ironie der Geschichte: Wir haben der Bürgerinitiative eine Gesprächsrunde im Café Grundgehalt angeboten, um unabhängig von den „moderierten Veranstaltungen“, wo es ein „Vorne und ein Hinten“ gibt und letztendlich mehr oder weniger nur Monologe ausgetauscht werden können, in Ruhe jede offene Frage zu beantworten und zu diskutieren. Fazit: Uns wurde seitens der Bürgerinitiative mitgeteilt, dass ein Gespräch mit uns nicht erwünscht ist! Wir wurden ausgeladen (Termin für die Diskussion sollte der 13. Februar sein)!
Thema Denkmal und Geschichte: Unser Anliegen war es von Anfang an, die Geschichte des Bunkers erlebbar zu machen und auf 2 Etagen in Zusammenarbeit mit dem Verein Berliner Unterwelten den Bunker der Öffentlichkeit wieder zugänglich zu machen. In der Diskussion der Bürgerinitiative wird so getan, als wenn wir das genaue Gegenteil machen würden. Zur Erinnerung: Der Bunker wurde über 60 Jahre der Öffentlichkeit nicht zugänglich gemacht. Unser Anliegen ist, dass sämtliche geschichtsrelevanten Details auf 2 Etagen zusammengetragen werden und der Bunker in seiner gesamten komplexen Geschichte für interessierte Menschen zugänglich gemacht wird – insbesondere unter Erhaltung der wesentlichen technischen Einrichtungen. Konzepte hierfür können gerne gemeinschaftlich entwickelt werden. Die geplante Wohnbebauung auf dem Dach soll den Bunker wieder zurück ins Leben integrieren – nicht nur durch die dann dort lebenden Menschen, sondern auch durch die Begrünung der Betonflächen. An dieser Stelle kann man unterschiedlicher Meinung sein, wie man mit Denkmälern umgeht. Aktiv oder passiv? Das ist eher eine philosophische Frage, über die man redlich streiten kann. Beispiel für einen aktiven Umgang mit einem ehemals historisch „belasteten Denkmal“ ist z.B. der Berliner Reichstag.
Thema Autos in der Straße und Masse der Bebauung: Es entstehen 24 Wohnungen (12 auf dem Bunker und 12 in einem Vorderhaus an der Fichtestraße – wie bereits gesagt: die Beantragung für die Wohnbebauung mit Townhäuser wird zurück gezogen). Dafür sind 1,5 Tiefgaragenstellplätze pro Wohnung geplant. Es werden den AnwohnerInnen der Fichtestraße keine Parkplätze genommen. Stattdessen bedient sich ein Bewohner der Straße dem Slogan „200 Autos mehr in der Fichtestraße“. Auch hier kann man darüber nachdenken, was der wirkliche Protestgrund desjenigen ist…? Die Bebauungsdichte des Grundstücks ist auch nach der Neubebauung weitaus geringer, als die Bebauungsdichte der meisten Grundstücke in der Fichtestraße.
Wir stehen auch weiterhin für weitere Gespräche zur Verfügung! - SpeicherWerk Wohnbau GmbH -
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